{"id":241,"date":"2016-03-11T12:37:38","date_gmt":"2016-03-11T11:37:38","guid":{"rendered":"http:\/\/haus-sommer.info\/wp\/?p=241"},"modified":"2016-05-05T08:13:25","modified_gmt":"2016-05-05T06:13:25","slug":"241","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/haus-sommer.info\/wp\/2016\/03\/11\/241\/","title":{"rendered":"Die Weihnachtsgans"},"content":{"rendered":"<p>Dezember 2009 www.initiative.cc<\/p>\n<p>http:\/\/www.initiative.cc\/Artikel\/2009_12_28_weihnachtsgans.htm<br \/>\nDie Weihnachtsgans<br \/>\ndie ein Braten werden sollte<br \/>\nEine Gans sollte ein Weihnachtsbraten werden, doch da gab es einiges Unerwartetes. Eine sch\u00f6ne Geschichte, geschrieben nach einer wahren Begebenheit , von Maria Branowitz.<br \/>\nWeihnachtsbraten<br \/>\nIn einem Vorort von Wien lebten in der hungrigen Zeit nach dem Krieg zwei nette, alte Damen. Damals war es noch schwer, sich f\u00fcr Weihnachten einen wirklichen Festbraten zu verschaffen. Und nun hatte die eine der Damen die M\u00f6glichkeit auf dem Land \u2013 gegen allerlei Textilien \u2013 eine wohl noch magere, aber springlebendige Gans einzuhandeln. In einem Korb verpackt brachte Fr\u00e4ulein Agathe das Tier nach Hause. Und sofort begannen Agathe und ihre Schwester Emma das Tier zu f\u00fcttern und zu pflegen.<br \/>\nDie beiden Damen wohnten in einem Mietshaus im zweiten Stock und niemand im Haus wu\u00dfte, dass in einem der Wohnr\u00e4ume der Schwestern ein Federvieh hauste, das verw\u00f6hnt, gef\u00fcttert und gro\u00dfgezogen wurde.<br \/>\nAgathe und Emma beschlossen feierlich, keinem einzigen Menschen jeweils davon zu sagen \u2013 aus zweierlei Gr\u00fcnden:<br \/>\nErstens gab es Neider, das sind Leute, die sich keine Gans leisten k\u00f6nnen.<br \/>\nZweitens wollten die beiden Damen nicht um die Welt mit irgendeinem der nahen oder weiteren Verwandtschaft die sp\u00e4ter m\u00f6glicherweise nudelfett gewordenen und dann gebratene Gans teilen. Deshalb empfingen die beiden Damen auch sechs Wochen lang, bis zum 24. Dezember keinen einzigen Besuch. Sie lebten nur f\u00fcr die Gans.<br \/>\nUnd so kam der Morgen des 23. Dezember heran. Es war ein strahlender Wintertag. Die ahnungslose Gans stolzierte nichtsahnend und vergn\u00fcgt von der K\u00fcche aus ihrem K\u00f6rbchen in das Schlafzimmer der beiden Schwester und begr\u00fc\u00dfte sie z\u00e4rtlich schnatternd.<br \/>\nDie beiden Damen vermieden es, sich anzusehen. Nicht, weil sie b\u00f6se aufeinander waren, sondern nur, weil eben keine von ihnen die Gans schlachten wollte. \u201eDu mu\u00dft es tun\u201c, sagte Agathe, sprach\u00b4s, stieg aus dem Bett, zog sich rasend rasch an, nahm die Einkaufstasche, \u00fcberh\u00f6rte den st\u00fcrmischen Protest und verlie\u00df in geradezu h\u00e4\u00dflicher Eile die Wohnung.<br \/>\nWas sollte Emma tun? Sie murrte vor sich hin, dachte dar\u00fcber nach, ob sie vielleicht einen Nachbarn bitten sollte, der Gans den Garaus zu machen, aber dann h\u00e4tte man einen gro\u00dfen Teil von dem gebratenen Vogel abgeben m\u00fcssen. Also schritt Emma zur Tat, nicht ohne dabei wild zu schluchzen.<br \/>\nAls Agathe nach geraumer Zeit wiederkehrte lag die Gans auf dem K\u00fcchentisch, ihr langer Hals hing wehm\u00fctig pendelnd herunter. Blut was keines zu sehen, aber dabei alsbald zwei liebe alte Damen, die sich heulend umschlungen hielten.<br \/>\n\u201eWie, \u2026 wie \u2026\u201c schluchzte Agathe, \u201ehast du es gemacht?\u201c<br \/>\n\u201eMit \u2026 mit \u2026 Veronal.\u201c \u201eIch habe ihr einige deiner Schlaftabletten auf einmal gegeben,<br \/>\njetzt ist sie \u2026\u201c schluchzend \u201ehuhh, rupfen mu\u00dft du sie \u2026 huhuu \u2026\u201c, so ging das Weinen und Schluchzen fort.<br \/>\nAber weder Emma noch Agathe konnten sich dazu entschlie\u00dfen. In der K\u00fcche stand das leere K\u00f6rbchen, keine Gans mehr, kein schnatterndes \u201eGuten Morgen\u201c und so sa\u00dfen die beiden eng umschlungen auf dem Sofa und schluchzten trostlos. Endlich raffte sich Agathe auf und begann den noch warmen Vogel zu rupfen. Federchen um Federchen schwebte in einen Papiersack, den die unentwegt weinende Emma hielt. Und dann sagte Agathe: \u201eDu Emma, nimmst die Gans aus\u201c und verschwand blitzartig im Wohnzimmer, warf sich auf das Sofa und verbarg ihr Gesicht in den H\u00e4nden. Emma eilte der Schwester nach und erkl\u00e4rte<br \/>\neinfach nicht tun zu k\u00f6nnen. Und dann beschlo\u00df man, nachdem es mittlerweile sp\u00e4t Abend geworden war, das Ausnehmen der Gans auf den n\u00e4chsten Tag zu verschieben.<br \/>\nAm zeitigen Morgen wurden Agathe und Emma geweckt. Mit einem Ruck setzten sich die beiden Damen gleichzeitig im Bett auf und stierten mit aufgerissenen Augen und offenen M\u00fcndern auf die offene K\u00fcchent\u00fcr. Herein spazierte, z\u00e4rtlich schnatternd wie fr\u00fcher, wenn auch zitternd und frierend die gerupfte Gans.<br \/>\nBitte, es ist wirklich wahr und kommt noch besser! Als ich am Weihnachtsabend zu den beiden Damen kam, um ihnen noch rasch zwei kleine P\u00e4ckchen zu bringen, kam mir ein vergn\u00fcgt schnatterndes Tier entgegen, das ich nur wegen des Kopfes als Gans ansprechen konnte, denn das ganz Vieh steckte in einem liebevoll gestrickten Pullover, den die beiden Damen hastig f\u00fcr ihrem Liebling gefertigt hatten.<br \/>\nDie &#8222;Pullovergans&#8220; lebte noch weitere sieben Jahre und starb dann eines nat\u00fcrlichen Todes.<br \/>\nQuelle: Animal Spirit &#8211; www.animal-spirit.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dezember 2009 www.initiative.cc http:\/\/www.initiative.cc\/Artikel\/2009_12_28_weihnachtsgans.htm Die Weihnachtsgans die ein Braten werden sollte Eine Gans sollte ein Weihnachtsbraten werden, doch da gab es einiges Unerwartetes. 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